1:04
Kategorien: Feierei & Freunde & Woandershin
Tags: für andere, Geschenk, Glückwunsch, schön war's!, Textsatz, Typographie
by momo
4 Kommentare
Hochzeitsimpressionen
Der Grund unserer Reise ins Rheinland zu diesem Zeitpunkt (und nicht an Ostern oder Pfingsten oder so) war die kirchliche Trauung meiner Studienfreundin Julia mit Thomas und der anschließenden großen Feier. Den standesamtlichen Part hatten die beiden bereits im Oktober bewältigt, doch wollte Julia gerne in der Kapelle ihrer Schule, an der sie Abitur gemacht hatte, getraut werden, und so mußte die kirchliche Trauung bis zu einem geeigneten Termin verschoben werden.
Am 27.5.2006 war nun der große Tag gekommen und Julia sah wirklich zauberhaft aus! Sie hatte sich von mir gewünscht, daß ich bei der Zeremonie mit für den musikalischen Rahmen sorgen solle, da ich viele Jahre Querflötenunterricht hatte, ja sogar einmal Musik studieren wollte (mich aber zum Glück besann und das hübsch bleiben ließ!). Auch wenn ich meine Flöte sehr viele Jahre nicht mehr angerührt hatte, so konnte ich ihr den Wunsch doch nicht abschlagen und habe im Vorfeld mal wieder geübt. Julia wollte gerne die Arie »Meine Seele hört im Sehen« für Sopran, Violine oder Oboe und Basso continuo, HWV 207 hören. Da man statt der Violine oder Oboe auch eine Flauto traverso einsetzen kann und Georg Friedrich Händel im allgemeinen nicht sonderlich schwer ist — weder für den einzelnen Musiker noch im Zusammenspiel — habe ich gern zugesagt.
Und wo ich schon einmal dabei war habe ich mir auch nicht nehmen lassen, noch ein kleines Solostück zu spielen: Die Sarabande aus der Partita a-moll für Flöte allein, BWV 1013 von Johann Sebastian Bach. Mit der weit tragenden Akustik der Kapelle war es ein einfaches, aber wirkungsvolles Stück Musik, das nicht nur dem Brautpaar gefiel, sondern wohl auch den Gästen.
Nach der Zeremonie und dem Sektumtrunk, der leider wegen des unbeständigen Wetters nicht im Freien stattfinden konnte, ging es ins Bürgerhaus Heister.
Noch vor allen offiziellen und inoffiziellen Teilen des Abends wollten wir das letzte trübe Tageslicht nutzen und unsere Luftballonaktion abschließen: Bereits während des Sektempfangs waren Postkarten verteilt worden, auf die die Gäste Wünsche und/oder Gutscheine für das Brautpaar schreiben sollten. Nun wurden die Karten an heliumgefüllte Luftballons gebunden und gen Himmel geschickt. Die Bitte auf den Karten, der Finder möge sie doch mit einer Briefmarke versehen und an das Brautpaar zurücksenden soll für den Rücklauf der Wünsche sorgen. Wir dürfen gespannt sein, ob und wieviele Karten bei den Brautleuten eintreffen werden!
Bevor bei einem Buffet mit vielen Leckereien ausgiebig gefeiert werden durfte, kamen noch die offiziellen Teile: Die Danksagungen des Brautpaares an all die vielen Helfer, die wirklich einen tollen Job gemacht haben und noch machen sollten und natürlich die obligatorische Brautvaterrede, die nicht nur angenehm kurz, sondern sehr nett und auch dem Wesen des Brautvaters entsprechend amüsant war.
Das Werfen des Brautstraußes erfolgte mit dem letzten Dämmerlicht, und die Fängerin wird wohl in nächster Zeit ebenso wie ihr Freund des öfteren mal gefragt werden, wie es denn mit einer Vermählung aussähe. Wie ist das denn dann noch mit der Freiwilligkeit, wenn man derart unter Druck gesetzt wird?! Ein seltsamer Brauch irgendwie …
Als gute Überleitung vom offiziellen zum lockeren Teil empfanden Careau, Volker und ich die Überreichung der Glückwünsche der Politiker — ja richtig: Echte Glückwunschschreiben von echten Politikern an dieses Brautpaar!
Da wir auch noch eine Hochzeitszeitung gestaltet hatten, in der ein Artikel mit einer Zusammenfassung der Glückwünsche enthalten ist, lasen Careau und ich diesen Text vor, während Volker die Schreiben einzeln überreichte. Die Überraschung und das Staunen der Brautleute war groß, wollten sie doch — wie auch die Gäste — zunächst nicht glauben, daß das wirklich echte Dokumente waren!
Nachdem ein ganzer Stapel an Schreiben in die Hände der Brautleute gewechselt war, konnte auch die Hochzeitszeitung, der »Rheinische Fledermaus-Focus«, mitsamt Rezeptespecial den neuen Besitzern übergeben werden. Julia und ich hatten zu Studizeiten gemeinsam die Fachschaftszeitung wiederbelebt, sie als Chefredakteuse und ich als Layouterin, so daß damit natürlich an alte Zeiten erinnert wurde, doch gleichzeitig auch an ihre Karriere als Wissenschaftsjournalistin. Auch Thomas mit seiner politischen Laufbahn kam nicht zu kurz, hatte dies doch die Aktion inspiriert, die Politiker um Glückwünsche zu bitten!
Doch noch durfte das Brautpaar die Nase nicht so tief in die Zeitung stecken, denn nach einigen lustigen und musikalischen Einlagen der Verwandtschaft der Braut zollte eine eigens für Julia geschriebene Büttenrede ihrer närrischen Seite Tribut. Wer keine Karnevalsfeier ausläßt, der muß auch auf seiner Hochzeit mit entsprechender Unterhaltung rechnen!
So trug Careau mit technikkräftiger Unterstützung ihres Gatten und närrischem Beistand diverser Narren und Narralesen Schwank um Schwank aus Julias Jugend vor — zum Entsetzen der Braut! Doch auch der Absturz des bildgebenden Laptops verschonte die Eheleute nicht davor, die letzten Bilder zu sehen, denn auch dieser Beitrag ist mit Text und Fotos in der Hochzeitszeitung verewigt. Tataaa, tataaa, tataaa! ;o)
Dem Auszug der Narretei folgte alsbald der Anschnitt der Hochzeitstorte und der letzte Programmpunkt des Abends, doch sollten die Feierlichkeiten noch bis kurz nach 3 Uhr morgens mit Tanz und Fröhlichkeit weitergehen.
Nach ein wenig Aufräumarbeiten (das meiste sollte ohnehin erst sonntags weggeräumt werden) wurde es für uns Zeit zum Aufbruch, da wir noch nach Bonn mußten, um unsere restlichen Sachen einzusammeln, um gleich anschließend zum Flughafen zu düsen, denn um 7:05 ging unser Flieger zurück nach Berlin. Das hat auch alles wunderbar geklappt, so daß wir sehr müde gegen halb zehn am Sonntagmorgen zuhause ins Bett plumpsten und der Restsonntag — zumindest mir — nur der Entspannung diente.
Die Großversion der hier gezeigten Fotos und weitere Bilder sind hier zu sehen.
4 Kommentare zu: Hochzeitsimpressionen
11:52
by Careau
Lieber Tiger,
Du hast in meinem Büro heute morgen die Hochzeit von Samstag wieder aufleben lassen, bin in Gedanken noch ganz dabei.
Kann mich schwer von den schönen Bildern und Erinnerungen lösen und zur Arbeit zurückfinden…
Klasse Impressionen von einem wunderbaren Ereignis!
Dein Panther
16:56
by Julia
Liebe Nicole,
vielen Dank für Deinen Blog-Eintrag – wir freuen uns, dass es Euch so gut gefallen hat, und es ist total schön, auf diese Weise diesen wunderschönen Tag Revue passieren zu lassen. Wir haben in den Flitterwochen nämlich so viel erlebt und gesehen, dass die Hochzeit für uns schon total weit weg ist. Aber alle Fotos, die jetzt bei uns eintrudeln, lassen diese herrlichen Stunden wieder aufleben. Denn natürlich werden wir keine Sekunde vergessen.
Ihr ward einfach klasse – das war die allerallerallerschönste Hochzeit, die man sich wünschen kann, und Ihr habt sooooooooo toll dazu beigetragen! Hoffentlich dürfen wir uns irgendwann revanchieren….
Liebe Grüße (auch von Thomas),
Julia
uhu!
Das ist ja witzig – ich hab am 27. Mai dieses Jahr auch für die Hochzeit einer Freundin die Geige wieder ausgepackt – Vivaldi 4 Jahreszeiten/Winter/langsamer Satz :D
Hat mal wieder Spaß gemacht so mit Orgelbegleitung….
Viele grüße,
Jutta :-)
(die jetzt wieder öfter hier rein sieht… seit wann hast du denn alles umgestellt?)


Hi Nicole,
sehr schoen geworden der erste Eindruck von der Hochzeit. Ich habe mir auch schon direkt alle Bilder (zumindest jene welche online sind) an Land gezogen. Ich hinke derzeit noch ein klein wenig mit meiner eigenen Berichterstattung hinterher, aber dies wird sich wohl im Laufe der Woche aendern.
Lars