»Der Schwarm«
Kai bekam zu Weihnachten Frank Schätzings Wissenschaftsthriller »Der Schwarm« geschenkt. Nachdem er den Wälzer durchgelesen und ich mein zu der Zeit gelesenes Buch auch endlich irgendwann beendet hatte (ich weiß schon gar nicht mehr, welches das war!), mußte ich mir das gute Stück natürlich auch vornehmen. Bereits vor einer Weile bin ich nun schon fertig mit dem beinahe 1000 Seiten starken Wälzer, und mir hat das Buch außerordentlich gut gefallen. Es war mein erster Roman dieses Genres und auch dieses Autors (Wissenschaftsthriller, aber auch Thriller im Allgemeinen habe ich noch nicht gelesen, ich bin eigentlich eher der Fantasy- und SciFi-Typ).
Im Gegensatz zu wohl so manch anderem fand ich das Ende gar nicht irgendwie lang oder zäh. Am Anfang mußte ich mich ein kleines bißchen durchbeißen, weil die Handlungsstränge doch ein wenig sprunghaft wechselten, aber es ist andererseits dennoch sehr spannend gewesen, denn ich konnte es kaum erwarten, wann die Handlungsstränge denn endlich zusammengeführt und sich verschiedene Charaktere endlich einmal begegnen würden! Ich kam auch sehr gut mit Schätzings Schreibstil zurecht und habe das Buch im Grunde verschlungen. Ich bin ein Lagsamleser und schmöker zudem momentan nur abends vor dem Einschlafen im Bett und in der Badewanne — dafür war ich echt schnell durch!
Als Biologin muß ich sagen, daß — soweit ich das beurteilen kann — das Lob über die außerordentlich gute Recherchearbeit des Autors absolut gerechtfertigt ist. Mir sind keine Unstimmigkeiten aufgefallen, wenn man einmal von einer Unterscheidung von Protein und Eiweiß absieht. Aber die Stelle finde ich nicht mehr, deswegen kann ich aus dem Kopf auch gar nichts mehr dazu sagen (vielleicht hatte sich das später aufgelöst; eigentlich ist Protein aber nur der Fachterminus für Eiweiß). Diese gute Recherche trägt auch viel zu der unheilvollen Stimmung bei, die Schätzing aufzubauen versteht, denn durch die wissenschaftlich fundierte Beschreibung der Vorgänge fühlt man beklommen, was geschehen könnte …
Da ich hier nicht zuviel verraten will, werde ich keine weiteren Einzelheiten preisgeben. Ich kann dieses Buch wirklich sehr empfehlen, allerdings sollten weniger hartgesottene Naturen ihre Gelüste nach Fisch und Meeresfrüchten möglichst vor Beginn des Lesens hinreichend befriedigen, denn einen eingefrosteten Hummer noch nach den ersten gut zweihundert Seiten des Buches eiskalt zu kochen und zu essen, ist sicherlich nicht jedermanns Sache — es sei denn, man ist abgebrühte Biologin wie ich. Aber ich sage Euch, sogar ich habe seeehr kritisch meinen Hummer beäugt! Aber er war lecker. ;o)
Humorvolle Momente gibt es in Schätzings »Der Schwarm« durchaus auch, daher hier meine beiden Lieblingszitate:
[Lukas Bauer:] »Ich werde nie genau verstehen, was Pressearbeit ist. Ich bin nur ein einfacher Professor. Es ist mir einfach zu hoch.«
[Leon Anawak]: »… Halten Sie Menschen für intelligent, Miss Weaver?« Weaver lachte. »Ein Mensch ist intelligent. Viele Menschen sind eine dumpfe Horde.«
Dieses Buch macht definitiv Lust auf Mehr. Mehr von Schätzing und auch mehr aus dem Genre Wissenschaftsthriller/-roman. Und damit beschließe ich meine ganz persönliche Buchrezension. :^)
3 Kommentare zu: »Der Schwarm«
14:45
by Julia
*kugel* Ja, das Zitat über Pressearbeit gehört auchzu meinen ganz großen Favoriten! *kicher*
[...] zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Von der Spannung her für mich ähnlich angesiedelt wie Schätzings »Der Schwarm«, verschlang ich die gut 400 Seiten regelrecht und wieder einmal sehr schnell für meine [...]


Insgesamt kann ich mich der Bewertung nur anschliessen; ich muss zwar zugeben, dass meine eigene Besprechung immer noch irgendwo in der Endlos-Warteschleife haengt, aber was die schriftstellerischen Faehigkeiten von Schaetzing betrifft kann man wirklich nicht viel dran aussetzen. Vergleiche zu Schreibern wie e.g. Clancy sind durchaus berechtigt, beruecksichtigt man doch die sehr enge Verwebung von Realitaet und Fiktion. Auch - und das muss wirklich lobend erwaehnen - hat Schaetzing ein sehr gutes Gespuer fuer Pacing (wer etwas vergleichbares haben will sollte sich mal ein Cameron Drehbuch durchlesen), was er mitunter mit einer sehr cineastischen Beschreibungsweise verbindet (beim Lesen hat kriegt man richtig das Gefuehl eine Leinwand vor sich zu haben).
Was den Nachfolger betrifft, so laesst sich “Lautlos” (letzte Woche Donnerstag gekauft) ebenfalls sehr gut an. Eine abschliessende Bewertung ist noch nicht moeglich, aber die Handschrift ist schon wieder zu erkennen.