27. Januar 2007
17:17

Kategorien: Anleitung & Bastlerei & Netzwelt & Wolliges
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by momo
2 Kommentare

Garnhaspel

Wer einen Wollwickler haben will, ihn bauen und noch verbessern kann, der kann sich auch eine Garnhaspel basteln, dachte ich mir so. Also war heute Garnhaspelbastelwastelmomo am Werk, hat sich noch drei Zutaten im Baumarkt besorgt und Holzreste geplündert.

Material

  • 2 Leisten (vorhanden; je 97cm lang, 2cm breit, 1cm dick)
  • Ein dickes Brett als Standfuß (ich habe zwei genommen; übrig von einer Fehlpackung/-lieferung eines Regals)
  • 1 Feingewindedübel M8, 80mm lang (0,70€) (wie die Gewindestange, man kann sich auch von dieser ein Stück absäbeln, mangels Werkzeig schied das bei mir aus)
  • 1 Sicherungsmutter M8 (0,19€)
  • 1 Karosseriescheibe, diesmal passend zum Gewindedurchmesser von 8mm (0,15€)
  • 2 Muttern und eine passende Unterlegscheibe M8 (vom Wollwicklereinkauf noch übrig)
  • Evt. 2 Nägel
  • Bambusblumenstangen (vorhanden; 5mm Ø und mit einer angespitzten Seite knapp 50cm lang)
  • Bohrmaschine mit Holzbohrern (8mm und 5mm)
  • Säge
  • Kräftige Schere
  • Zollstock/Bandmaß
  • Bleistift zum anzeichnen
  • Hammer und evt. Stechbeitel
  • Schleifpapier und Raspel
  • Stichel

Durchführung

Zunächst die Standfußbretter mit einem zentrierten Loch in Gewindestangenstärke versehen. Dazu die Mitte markieren, mit dem Stichel für die bessere Positionierung des Bohrers ein Löchlein einschlagen und das Loch bohren. Ich habe dazu die Bretter einfach aufeinandergelegt, mir kam es auf perfekten Bau und absolute Passgenauigkeit hier nicht an.

Damit die Bretter mir nicht anfangen, sich gegeneinander zu verschieben und zu drehen, habe ich sie auf der Rückseite mit zwei Nägeln fixiert: Einfach diagonal gegenüber je einen Nagel in der Ecke durch das Holz schlagen. Natürlich sollten diese ausreichend lang sein, um auch bis deutlich in das zweite Brett hineinzureichen. Zu lang macht hingegen nix, dann knipst man oben die Spitze am Ende ab oder hämmert sie um (war bei mir nicht notwendig).

Die Gewindestange durch das Loch beider Bretter schieben und von unten mit der Sicherungsmutter verschrauben. Idealerweise würde man die Mutter im Holz versenken, damit sie unten nicht übersteht, aber wie so oft fehlt mir dazu schlicht das Werkzeug, bzw. es ist mir den Aufwand nicht wert. Auf dem dicken Wohnzimmerteppich steht die Haspel auch so. ;o) Auf die Gewindestange die Unterlegscheibe und eine normale Mutter schrauben, festziehen. Darauf wird die Karosseriescheibe aufgelegt.

Die Mitte der Leisten ermitteln und ein Loch passend zum Gewindedurchmesser bohren. Sie sollten leicht drehbar sein auf der Stange, also ruhig ein wenig großzügig bohren. Damit die Leisten sich nicht gegeneinander verdrehen und einfach zuklappen können, habe ich – mangels vernünftigen (scharfen, schmalen) Werkzeuges – eine Vertiefung (einen besseren Namen verdient diese Krücke nicht) jeweils der Breite des orthogonal aufliegenden Holzes um das Loch ausgeraspelt (zuvor die Seitenbegrenzung mit der Säge markiert, recht erfolglos mit dem zu stumpfen Stechbeitel etwas Holz herauszuschlagen versucht), so dass die Leisten jeweils in der Vertiefung der anderen zu liegen kommen und sich so nicht vollständig gegeneinander verdrehen können.

Nun in die Leisten noch einige Löcher bohren, um Haltestangen (aus den Bambubsblumenstangen) hineinstecken zu können. Ich habe je sechsmal vom Außenrand gemessen ca. alle 5cm ein Loch gebohrt. Die Bambusblumenstangen habe ich mit einer alten, aber kräftigen Schere in gut 20cm lange Stücke geschnitten.

Vor dem Zusammenbau alle Holzteile mit dem Schleifpapier von scharfen Kanten und Splittern befreien, um sich selbst später nicht zu verletzen (ich hab beim Bau zwei Splitter aus den Fingern geknabbert ;o) und auch die Wolle nicht zu beschädigen. Für diese sind besonders die Bambusstangen glattzuschleifen.

Nun die Leisten auf den Gewindedübel setzen und mit einer Mutter sichern (diese nicht zu fest anziehen, denn die Leisten müssen sich leicht drehen lassen). Die Mutter ist nicht wirklich notwendig, aber sie verhindert vielleicht einmal ein Herausspringen der Leisten wenn man mit dem Garn irgendwelchen Unsinn anstellt. ;o) Die Bambusstängchen in der gewünschten Position einstecken – fertig ist die Garnhaspel!

Ich gebe zu, dass meine Konstruktion relativ wackelig ist, da ich mangels vernünftiger Werkzeugausstattung einfach keine gescheiten Gehrungslücken zustande brachte. Aber für meinen Zweck reicht diese Haspel völlig aus. Wollte ich sie nicht zum Auseinandernehmen haben, hätte ich die Leisten einfach verklebt. Doch so ging das auch schon prima, wie man auf den Bildern unten sehen kann!


Edit (28.01.2007 20:22): Nach Kimberlys Kommentar fiel mir auf, dass ich ja gar nicht die Quelle meiner Inspiration genannt habe. Ich hatte mir mal irgendwann ein PDF gezogen, man findet es noch hier. Den zugehörigen Blogartikel habe ich auch noch gefunden. Allerdings schreibt die Desginerin, dass sie die Haspelanleitung derzeit überarbeitet.

2 Kommentare zu: Garnhaspel

28. Januar 2007
19:22

by Kimberly

What a great idea! I do need to try this.

11. Juni 2010
20:05

by » Ha…haaa… momos Tippwutzblog

[...] kam sie heute endlich bei mir an, meine neue, schicke, deutlich stabilere Haspel als es mein zusammengeschustertes Modell Marke Eigenbau ist. [...]


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