17:51
Kategorien: Bastlerei & Besuch&Treffen & Freunde & Tierisch!
Tags: Mausarium, PerserMoYsE, schön war's!
by momo
4 Kommentare
Ostern im Zeichen der Maus
Ostern waren sie fällig, die MoYsE, und mussten stundenlang aus ihrem Mausarium ausziehen, bei Wasser und Brot etwas Futter und Gurke in einer kleinen Transportbox ausharren und zusehen, wie zwei große Zweibeiner in ihrem Heim wüteten und komische Dinge umeinanderwuchteten und zusammenbastelten. Dass es für sie werden sollte, konnten sie ja nicht wissen. ;o)
Am Sonntag mussten zunächst die eingeklebten Glasetagen weichen, danach habe ich mich mit einem Schwamm und Melkfett bewaffnet hingesetzt, um das Rohmaterial Kanthölzer einzufetten, damit sie später nicht gleich von Feuchtigkeit durchtränkt werden, wenn sie im Mausarium stehen. Das Holz hat dadurch eine hübsche Honigtönung erhalten, ob es auch etwas besser Feuchtigkeit abhält, wird die Praxis zeigen. Ein wenig skeptisch bin ich ja doch, aber lackieren oder so kam nicht in Frage, es sind immerhin Nagetiere, die dort einziehen werden, und auch wenn meine drei Jungs eher verhalten nagen, so weiß ich doch darum, wie sie nagen könnten wenn sie denn wollten. Da muss nicht mehr Lackzeug rein als unbedingt notwendig (die Bretter sind Restposten und teilweise lackiert, mal sehen, wie lange sie am Leben gelassen werden).
Montagnachmittag erwiesen sich die Mäuse erst einmal als akrobatische Röhrenpenner, doch wir mussten sie leider wecken und eher unsanft ihrer unbequem, aber harmonisch wirkenden Dreierwurschtelkonstellation entreißen, es ging ab in die Kiste. Unnötig zu sagen, dass sie das alles andere als lustig fanden! Aufgeregtes Wuseln und protestierendes Scharren waren die Folge, doch wir blieben hart. Irgendwann kehrte dann auch wieder Ruhe bei den Herren Maus ein, nur unterbrochen von gelegentlichen unglücklichen Blicken und vehementem dezentem Wandscharren und Gegendendeckelspringen.
Dann ging es los: Zusammengebaut wurden ein paar Kanthölzer und Draht, einige Bretter und noch mehr Draht. Herausgekommen ist ein Mausariumsaufbau von 150cm Höhe (110cm oberhalb des Glasbeckens). Der Mausariumsaufbau-Aufbau hat trotz wirklich tatkräftiger Hilfe von bekks einige viele Stunden in Anspruch genommen, und da der Herr bekks leider doch den Tacker vergessen hatte, mussten wir auch noch aus glücklicherweise in Unmengen vorhandenem und hinreichend festem Zinkdraht Krampen bauen und einhämmern. Die Nachbarn werden sich gefreut haben. ;o)
Es musste noch eine Tür hinein. Rausgeschnitten war das Loch ja sehr schnell, aber eine Klappe gebaut … Nun, dieser Draht auf Rolle hat eine ziemlich fiese Spannung, und gebogen taugt er einfach nicht als lose schwingende Tür, die auch noch gescheit schließen soll. Also war da noch ein wenig Bastelei angesagt, aber die derzeitige Türlösung ist schon ganz passabel. Eigentlich war sie als eine Art Falttür gedacht, doch die einzelnen Elemente verhaken sich immer unten an der Lücke und wollen sich auch nicht recht zuhaken lassen. In Zukunft wird diese eher provisorische Türlösung vermutlich ersetzt durch den Drauhausschnitt, der mit einem kleinen Holzrahmen versehen werden soll, damit sich die Tür nicht mehr biegen kann und überlappend schließt. Schließlich noch ein paar Bretter rein, eine große, dicke Pappröhre aufgehängt, den Wassernapf befestigt und munter Futter überall verstreut – fertig war die Grundeinrichtung.
Um sie endlich aus ihrem kleinen Gefängnis zu befreien, durften die Mäuse wieder aus ihrer Kiste ausziehen. Allerdings fanden sie das gar nicht lustig, denn das war ja alles ganz anders als vorher, das war nicht Zuhause. »Hey, wo schickt die uns hier hin?! Wir wollen wieder hier raus!« – protestierendes Zurücklaufen auf die Transportbox war die Folge, so dass ich ein wenig nachdrücklich werden und die Herren einfach in den Käfig setzen musste. Danach war aber auch gut und alles ist neugierig erkundet worden. Und wenn ich »alles« schreibe, dann meine ich alles: Schlitzohr ist sehr bald bis unter die Decke geklettert! o.O Dummerweise wusste er nicht, wie er wieder runterkommen sollte und sprang mehr oder weniger kontrolliert aus voller Höhe runter, bevor einer von uns auch nur die Chance gehabt hätte, hinzuzuspringen, die Tür zu öffnen und die Maus von der Wand zu pflücken. Ganz abgesehen davon, dass sie sich dann vermutlich in Panik komplett unkontrolliert in die Tiefe gestürzt hätte.
Also musste doch noch mitten in der Nacht eine weitere Etage oben angebracht werden mitsamt Drahtverbindung zum Brett eine Etage tiefer, doch nun ist der grob eingerichtete Rohbau fertig. Die Feineinrichtung kommt dann mit der Zeit, wenn ich sehe, wie die drei Renner sich denn so verhalten in ihrem erweiterten Heim und was ihnen noch fehlt und Spaß bringen könnte.
Kollateralschäden: vier zerkratzte Hände und Unterarme vom Drahtgitter, zwanzig wunde Fingerkuppen ohne Gefühl, aber mit großer Wärmeempfindlichkeit vom Drahtbiegen, zwei wehe Füße vom Rumstehen und -wuseln, ein Zickerücken vom halb übergebeugten Basteln, zwei Zickeknie vom Drahtaufdenbodendrücken und der Mausabsturz aus beinahe Einsfuffzich Höhe. Der vorwitzige Schlitzohr blieb glücklicherweise unverletzt (auch wenn er sich etwas vehement die Schnauze geputzt hat hinterher; angestoßen hat er sich die Nase wohl, aber munter war und ist er wie seine zwei Mausariumsgenossen, es scheint also nicht mehr passiert zu sein; die Zahnkontrolle war auch ohne Befund).
Ich bin gespannt, wie die MoYsE sich demnächst in ihrem umgestalteten Heim benehmen werden, gestern waren wir alle zu groggy, um noch viel davon zu zeigen oder zu beobachten. Weitere Bilder vom Mausariumsaufbau-Aufbau gibt es dort.
Edit: bekks ist mit seinem Blog umgezogen, daher hier die Linkkorrektur.
Edit: Und nochmal.
4 Kommentare zu: Ostern im Zeichen der Maus
12:55
by Careau
9:26
by Julia
Liebe Nike,
da habt Ihr aber wirklich ein nettes “Gehege” gebaut – auch wenn ich in dem Aufbau eher einen Piepmatz (Vergesellschaftung mit Caiptn Dotter?), Streifenhörnchen oder Chinchillas vermutet hätte. Lass mich doch wissen, ob Deine Flugmäuse dann wirklich den Luftraum erobern…
[...] Eltern sind zu Besuch, und da die Tür des Mausariumsaufbaus noch ein halbes Provisorium war, bat ich Paps, doch seinen Tacker mitzubringen, um eine neue Tür [...]
[...] nur Pappe fachgerecht und in Windeseile zerkleinert, sondern auch Holz. Angefangen hat es mit dem Mausariumsaufbau, dessen Stützpfeiler stellenweise schon bedenklich dünn genagt sind. Glücklicherweise dienen sie [...]


Was für ein Paradies auf Mäuseerden!
Sehr nett übrigens auch das Gruppenkuscheln in der Röhre…
Da haben es welche ganz besonders gut – dafür nimmt man doch als Frauchen auch gern ein paar Blessuren in Kauf, oder?
Careau