1. Mai 2008
21:32

Kategorien: Bücherwurm & Freunde
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by momo


»Beute«

Letzten Montag auf dem Rückweg aus dem Rheinland begonnen, heute beendet: Michael Crichtons Roman »Beute«, den ich von Julia zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Von der Spannung her für mich ähnlich angesiedelt wie Schätzings »Der Schwarm«, verschlang ich die gut 400 Seiten regelrecht und wieder einmal sehr schnell für meine Verhältnisse. Für schwache Gemüter ist das Buch allerdings nix, genau wie schon der Schwarm.

Der Buchrückentext:

Ein Forschungslabor mitten in der Wüste von Nevada:
Hier werden mit Hilfe der Nanotechnologie Miniaturkameras für die Kriegsführung entwickelt, die auf der Struktur von Bakterien aufbauen. Aber eines Tages können einige dieser Mikroroboter aus dem Labor entweichen, und nun machen sie Jagd auf alles, was in der Wüste lebt: Schlangen, Kaninchen – und Menschen. Der Biotechnologe Jack Forman soll den Killerschwarm vernichten. Doch er steht vor einer scheinbar hoffnungslosen Mission …

Dieser kurze Text deutet nur an, was wirklich in diesem Buch steckt, daher hier noch die Zusammenfassung aus dem Buchinnenleben. Doch Vorsicht, hier hat sogar mein Arzt schon das Gesicht verzogen, als ich ihm den Text als Lesetipp vor die Nase hielt, also offenbar erst recht nix für (tatsächlich) schwache Nerven! (Ich bin da ja ein wenig robusterer Natur. ;o))

Flirrende Hitze nimmt dem Biotechnologen Jack Forman fast den Atem, als er aus dem Helikopter steigt. Vor ihm liegt, mitten in der Wüste von Nevada, die Forschungsstation der Firma Xymos. Das weltweit agierende Nanotechnologie-Unternehmen stellt im Auftrag des Pentagons Miniaturkameras für die Kriegsführung her, die auf der Struktur von Bakterien aufbauen. Aber dem Forscherteam ist bei der Produktion ein folgenreicher Fehler unterlaufen: Über Wochen hinweg konnten mutierte Mikroroboter aus dem Labor durch ein unzureichend abgedichtetes Lüftungsrohr in die Wüste entweichen. Jack, der das Computerprogramm für Xymos’ Nanotechnologie erfunden hat, soll nun ein neues Programm entwickeln, denn die winzigen Partikel sind völlig außer Kontrolle geraten. Unermüdlich finden sie sich zu einem Schwarm zusammen, der in immer neuen Kampfformationen zunächst nur Kaninchen und Kojoten, schließlich auch Menschen jagt. Erbarmungslos tötet der Killerschwarm seine Opfer, um in den Kadavern seinen Nachwuchs aufzuziehen. Allerdings muss Jack sehr schnell feststellen, dass einige der Wissenschaftler auf der Forschungsstation seinen Kampf gegen den Todesschwarm absichtlich behindern, während die Mutationen draußen in der Wüste Ausmaße annehmen, die zur Bedrohung für die gesamte Menschheit werden …

Crichton selbst studierte Medizin in Harvard und hat dementsprechendes biomedizinisches Hintergrundwissen, so dass er viele Dinge in Einzelheiten beschreiben kann. Er schreibt sehr frisch und hat mir an einigen Stellen aus der Seele gesprochen: Wie können wir Menschen einfach Dinge annehmen und anwenden, von deren Auswirkungen wir letztlich nicht den Hauch einer Ahnung haben können, weil die Welt viel, viel komplexer ist, als wir erst einmal nur sehen? Dazu noch ein Zitat gleich aus der Einführung:

… Ganze Populationen von Organismen entstehen und vergehen, bewegen und verändern sich. Dieser rastlose und unaufhörliche Wandel, so unerbittlich und unaufhaltsam wie Meereswellen und Gezeiten, impliziert eine Welt, in der alles menschliche Handeln zwangsläufig unberechenbare Folgen hat. Jenes Gesamtsystem, das wir Biosphäre nennen, ist derart kompliziert, dass wir im Voraus nicht wissen können, welche Auswirkung unser Tun haben wird, niemals Veränderungen auch nur ansatzweise voraussagen werden können.

Deshalb haben in der Vergangenheit selbst unsere bestgemeinten Bemühungen unerwünschte Folgen gehabt; entweder weil wir zu naiv waren oder weil diese sich kontinuierlich wandelnde Welt unberechenbare Reaktionen auf unser Handeln zeigte. …

So auch bei diesen Nanopartikeln, die sich verselbständigen und Mensch wie Tier bedrohen. Ich könnte noch viel mehr zitieren, schon gleich aus der Einführung, doch lest selbst, es lohnt sich! Vielen lieben Dank an Jule, die mir dieses tolle Buch früher schon einmal empfohlen und dann einfach geschenkt hat!

Ein Kommentar zu: »Beute«

2. Mai 2008
15:53

by Julia

Liebe Nike, sehr gern geschehen - ich freue mich natürlich, dass das Buch so gut bei Dir ankam. Was nimmst Du Dir als nächstes vor- Darwin-Virus? Könnte ich Dir ausleihen, wenn ich nach Berlin komme. Aber auch Crichton hat ja noch ein paar schöne Dinge geschrieben, “Next” hat mir sehr gut gefallen. Und auch von Greg Bear ist grad was Neues gekommen -”Blutmusik”, das kenn ich aber noch nicht…


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